Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Wer durch einen Unfall oder eine Krankheit nicht mehr arbeiten kann, ist existenziell gefährdet. Heutzutage kann jeder vierte Deutsche seinen Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr bis zum Rentenalter ausüben. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) kann Sie vor dem finanziellen Desaster schützen.

Berufsunfähigkeitsversicherung nicht mehr vom Staat

Für alle ab 1961 Geborenen wurde die frühere Berufsunfähigkeitsrente durch eine zweistufige Erwerbsminderungsrente ersetzt, mit der sich ein ausreichender Lebensstandard nicht mehr finanzieren lässt. Ein Betroffener erhält also nur dann Geld, wenn er gar nicht mehr arbeiten kann und zuvor mindestens fünf Jahre lang sozialversichert war. Ist er noch erwerbsfähig, d.h. kann ein Maurer z.B. noch als Verkäufer im Baufachhandel arbeiten, so hat er keinen Anspruch auf eine vorzeitige Rente. Und da es heute für Arbeitnehmer ab 45 ohnehin schwierig ist, eine neue Arbeitsstelle zu finden, kann die folgende Arbeitslosigkeit zum finanziellen Desaster werden.

Mit der Berufsunfähigkeitsversicherung wird das wichtigste, was unseren Lebensstandard ermöglicht, abgesichert: die Arbeitskraft. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann als Zusatzversicherung in eine Lebens- oder Rentenversicherung eingeschlossen oder als selbständige Police abgeschlossen werden.

Welche Variante ist günstiger?

Eine eigenständige Police kann kostengünstiger sein als ein Zusatzbaustein. Falls es später bei der Beitragszahlung zur Hauptversicherung zu Problemen kommt, geht auch der Berufsunfähigkeitsschutz verloren. Speziell für Alleinstehende, die keine Familie absichern müssen, ist eine selbständige Police preiswerter.

Berufsunfähigkeitsversicherung elementar wichtig

Das bedeutet, dass eine private Berufsunfähigkeitsversicherung notwendig ist, um der finanziellen Not vorzubeugen. Besonders Menschen, die einen Beruf ausüben, der sie psychisch und physisch sehr belastet, sollten sich über eine solche Police Gedanken machen.

Können Sie Ihren Beruf nicht mehr ausüben, erhalten Sie eine monatliche Rente. Die Police tritt allgemein erst dann in Kraft, wenn die Erwerbsfähigkeit um die Hälfte verringert ist.

Was ist versichert?

Es wird die individuelle Leistungsfähigkeit, die zum Erwerb eines Einkommens notwendig ist, versichert. Die Berufsunfähigkeitsversicherung sieht keinen Schadensausgleich vor, sondern es wird eine Rentenzahlung als Leistung vereinbart. Ist eine Beschäftigung im zuletzt ausgeübten Beruf zu 50 Prozent ständig oder befristet nicht mehr möglich, wird die Rente nach genauer Prüfung durch das Versicherungsunternehmen ausgezahlt. Es kommt auf die wahrheitsgemäße Beantwortung der Gesundheitsfragen im Antrag an.

Worauf muss man achten?

Bei dieser Police sind die Leistungen besonders wichtig. Wer Beitragsvergleiche nur aus Einsparungsgründen anstellt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit falsch entscheiden. Im Leistungsfall sind neben der Höhe der Rente vor allem die Leistungsvoraussetzungen entscheidend. Diese Vertragsbedingungen sollte man sich genau ansehen. Der Verzicht auf die abstrakte Verweisung auf einen anderen Beruf und die rückwirkende Zahlung der Leistungen sind besonders wichtig.

Bei der Beitragshöhe spielen neben Berufsart Alter und Gesundheitszustand die wesentliche Rolle, bestimmte Krankheiten schließen einen Vertragsabschluss aus. Je jünger man beim Abschluss des Vertrages ist, desto günstiger kann man sich versichern. Zu beachten ist, dass viele Policen mit 60 enden.

Wer sollte eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen?

Im Prinzip braucht sie jeder. Berufsanfänger, Studenten und Azubis, weil sie in den ersten fünf Jahren ihrer Berufstätigkeit keine Ansprüche auf staatliche Unterstützung haben. Außerdem alle, die auf ihr Arbeitseinkommen angewiesen oder langfristige Ratenzahlungsverpflichtungen eingegangen sind sowie alle, die nach dem 01.01.1961 geboren sind. Diese Personen erhalten nur noch eine geringe Erwerbsminderungsrente.